Adliswil bezwang Horgen 2:0

Quelle ZSZ

Die 150 Zuschauer in Adliswil sahen ein intensives Derby. Wie schon im Hinspiel das im Rückstand liegende Team einen Platzverweis, schaffte diesmal die Wende aber nicht. In der Vorrunde war Horgen das bessere Team gewesen und führte bis 20 Minuten vor Schluss 2:0. Doch die Sihltaler starteten in Unterzahl erfolgreich die Aufholjagd und glichen mit einem Doppelschlag aus. Der Leader nahm das zweite Duell mit den achtplatzierten Horgnern deshalb nicht auf die leichet Schulter.

Beide Mannschaften standen zunächst gut in der Defensive und liessen wenig zu. Es dauerte bis in die 20. Minute, ehe das erste Mal so etwas wie Torgefahr entstand. Für einen Treffer waren die Aktionen aber nicht zwingend genug. In den Schlussminuten der ersten Halbzeit änderte sich dies jedoch: In der 41. Minute scheiterten die Adliswiler zunächst in aussichtsreicher Position. Eine Zeigerumdrehung später jedoch war Gästetorhüter Georgios Marinis geschlagen. Den ersten Schuss von FCA-Stürmer Toni Avdyli konnte er noch parieren, doch gegen den Nachschuss von Gilles Steiger war er chancenlos. «Wir haben ab der 40. Minute das Spiel dominiert», sagte Adliswils Coach Gianmario Pischedda.

Rote Karte nach fünf Minuten
Die Sihltaler waren bemüht, noch vor der Pause einen weiteren Treffer zu markieren. Philip Hoheneck scheiterte aber am Pfosten. So entkamen die Horgner dem Zweitorerückstand gerade noch. Ein 2:0 wäre, gemessen an den Torchancen bis zur Pause, auch ein zu hohes Resultat gewesen.

Zur zweiten Halbzeit wechselte Horgens Trainer Marcello Stellato Steve Fanka ein. Dessen Arbeitstag endete allerdings bereits nach fünf Minuten. Fanka holte sich in der 50. Minute seine zweite Gelbe Karte ab. Da er zwei Minuten zuvor schon verwarnt worden war, mussten die Gäste mit einem Mann weniger agieren. «Mit der Gelb-Roten Karte hatten wir Pech, da hätte ich mir ein wenig mehr Fingerspitzengefühl gewünscht», meinte Horgens Trainer Marcello Stellato.

Die Sihltaler konnten vorerst nicht von der Überzahl profitieren. Im Gegenteil: In der 65. Minute spielte Adliswils Keeper
Giangreco Salvi, der ansonsten eine tadellose Leistung zeigte, einen Fehlpass und schenkte den Gästen eine Riesenchance. Salvi bügelte seinen Fehler mit einer tollen Parade selbst wieder aus. Die Aktion schien die Heimmannschaft aufzuwecken. Avdyli leistete sich mehrere Privatduelle mit Torhüter Marinis. Letzterer entschied diese immer wieder für sich. In der 69. Minute fasste sich FCA-Stürmer Robin Oberholzer ein Herz und knallte das Leder ans Lattenkreuz. Keine Minute später gelang Kushtrim Bakolli nach einer Flanke von Avdyli das 2:0 per Kopf. Dieses Tor entschied das Derby, denn nun war die Luft draussen. Horgen konnte nicht mehr und Adliswil musste nicht mehr.

«Das war die beste Leistung»
Pischedda zeigte sich nach der Partie stolz über den Auftritt seiner Mannschaft. «Seit ich in Adliswil Trainer bin, war das wohl die beste Leistung.» Anders war die Stimmung bei den Gästen. Stellato haderte mit dem Spielverlauf: «Dafür, dass es gegen den Leader ging, hatten wir bis zum Ende der ersten Halbzeit das Spiel gut im Griff. In der zweiten Hälfte haben sich die Adliswiler den Sieg verdient.»

Stellato brachte zudem ein altbekanntes Thema aufs Tapet: «Die Platzverhältnisse waren eine Katastrophe. Wir haben sicher nicht deswegen verloren, aber ich würde mich als Steuerzahler bei der Gemeinde beschweren.» Das Problem ist beim FCA bekannt. Der Verein ist im steten Dialog mit der Gemeinde, um eine Verbesserung zu erreichen.