Der FC Horgen stoppt Männedorfs Höhenflug mit einem verdienten 2:0-Sieg

Bericht ZSZ 09.04.2018

«Wir wussten, dass es gegen Männedorf nicht einfach werden würde», reflektierte Horgens Trainer Marcello Stellato nach dem Seederby. Die Rechtsufrigen starteten nämlich fulminant in die Rückrunde. Sie reisten am Samstagabend mit zwei Siegen und einem Unentschieden im Gepäck auf die Allmend zu ihrem vierten Spiel der Frühjahrsrunde. «Wir merkten, der FCM kam mit viel Selbstvertrauen hierher», so Stellato. Für das Heimteam hingegen war es nach einer verkorksten Rückrunden-Vorbereitung und der Spielverschiebung gegen Wädenswil der erste Ernstkampf nach der Winterpause. In zahlreichen Testspielen verlor Horgen und spielte dabei nie zu null. Sorgen deswegen machte sich Horgens Coach nicht: «Ich wusste, dass die Jungs ihre Leistung in der Meisterschaft steigern werden, da es dann um Punkte geht.»

Mit dem Selbstbewusstsein der letzten drei Spiele im Rücken begannen die Gäste, vor dem Spiel auf Rang 5 liegend, dementsprechend forsch und übten früh Druck auf die Horgner Abwehr aus. Doch auch das achtplatzierte Heimteam hielt mit seinem Pressing nicht zurück. So verzeichneten beide Equipen nach drei gespielten Minuten je einen Eckball. Die hohe Kadenz der ersten Minuten konnten beide Mannschaften in der Folge nicht aufrechterhalten. Zu viele Ungenauigkeiten und Fehlpässe schlichen sich ein. Für ein wenig Gefahr sorgten hohe Bälle, die aber auch keine zwingenden Torchan­­cen hervorbrachten. Männedorfs Trainer Mike Koller forderte an der Seitenlinie von seinen Spielern mehr Bewegung ohne Ball. «Wir trafen zu viele Fehlentscheidungen und setzten unsere zurechtgelegte Taktik nicht konsequent um», resümierte Koller.

Kurz vor dem Pausenpfiff konnte Horgens Captain Ilir Bakolli einen Freistoss aus zentraler Position, kurz vor der Strafraumgrenze, treten (45.). Doch mit seinem Schuss traf er nur den eigenen Teamkollegen in der Mauer. So endete die erste Halbzeit ohne eine wirklich gute Torchance unentschieden.

Horgen mit zwei Penaltys

In der 47. Minute setzte der Aufsteiger vom rechten Seeufer dann das erste Ausrufezeichen: Nico Bochicchio schlenzte den Ball knapp zwei Meter am rechten Pfosten vorbei. Die Partie begann nun langsam an Fahrt aufzunehmen. Besonders die Platzherren zeigten sich nach der Pause konzentrierter und reduzierten die Anzahl Fehler massiv.

In der 54. Minute setzte sich Nemanja Miskovic gleich gegen drei Männedörfler durch. Sein Abschluss war allerdings zu unpräzis, sodass FCM-Torhüter René Lobnik den Schuss leicht parieren konnte. Doch bereits drei Minuten später stand der Gästegoalie wieder im Mittelpunkt: Männedorfs Verteidiger Remo Hämmig kam nach einem langen Ball in die Spitze zu spät. Der Schiedsrichter zeigte auf den Penaltypunkt. Ilir Bakolli vergab die sicher geglaubte Führung und schoss den Ball gut einen Meter über die Latte. In der 64. Minute hatte Horgen gleich nochmals die Chance, vom Elfmeterpunkt in Führung zu gehen. Nach einer Ecke landete der Ball unglücklich an der Hand eines Männedörf­lers. Diesmal übernahm Lorik Hasic die Verantwortung und verwertete souverän zum 1:0.

Zu harmlose Männedörfler

Horgen stellte nach dem Führungstreffer um und agierte neu mit fünf Abwehrspielern. «Wir wollten auf die Konter lauern», äusserte sich Stellato zur taktischen Umstellung. Männedorf war anschliessend mehrheitlich in Ballbesitz, doch wirklich torgefährlich wurde es zu selten. Dass es nicht des Aufsteigers Stärke ist, Tore zu schiessen (19 Treffer in 17 Spielen), zeigte sich in dieser Phase des Spiels deutlich. Bezeichnend dafür war, dass es eine Standardsituation brauchte, damit die Rechtsufrigen richtig ­gefährlich vors Tor kamen (70.). Yannik Schneeberger zirkelte den Ball auf den nahen Pfosten. Pascal Pause lenkte mit dem Kopf entscheidend ab, sodass Horgens Goalie mit einem starken Reflex den Ball gerade noch über das Tor lenken konnte. Näher an einen Torerfolg kamen die Gäste nicht mehr. Die Horgner hingegen nützten die Räume, die sich ihnen boten, geschickt aus und schalteten jeweils zügig um. Dreimal scheiterten sie aus aussichtsreicher Position, aber auch dank einigen starken Paraden von Männedorfs Schlussmann René Lobnik stand es aus Sicht der Horgner nur 1:0. Gemessen an den vergebenen Chancen hätte es bereits 4:0 stehen können. Stellato gestand nach dem Match ein: «Die Chancenauswertung hätte besser sein können.» In der Nachspielzeit gelang dem FCH doch noch der Treffer zum 2:0. Nach einem Corner in der 93. Minute legte ­Nemanja Miskovic den Ball quer zu Shams Artiq, der nur noch ins leere Tor einschieben musste. «Wir waren einfach nicht konzentriert genug und konnten froh sein, nicht bereits früher in Rückstand geraten zu sein», seufzte Mike Koller. «Jetzt schauen wir weiter nach vorne und wollen im nächsten Spiel gegen Affoltern a/A eine Reaktion zeigen.»

Bereits am Dienstag spielt Horgen sein nächstes Match. Das Team vom linken Seeufer gastiert beim FC Regensdorf, der am Wochenende Leader Adliswil die erste Niederlage der Saison zugefügt hat.