Horgen gewann das Seederby

Quelle: ZSZ 7.5.18

Horgen gewann das Seederby gegen Stäfa auf der Waldegg 3:1. Die Gastgeber zeigten deutlich, dass sie den Sieg mehr wollten als ihr Gegner vom rechten Seeufer.

Horgens Shams Artiq wird von den beiden Stäfner Verteidigern Nico Monn (links) und Sascha Wymann in die Zange genommen.

«Endlich liessen wir nach einer komfortablen Führung nicht nach, und spielten weiter Fussball», sagte Horgens Coach Marcello Stellato nach der Partie gegen Stäfa erleichtert. In den letzten beiden Spielen gegen Wädenswil und Red Star gab der FCH jeweils seinen Vorsprung aus der Hand und bekam in den Schlussminuten Gegentreffer, die zu Niederlagen führten. Gestern bewies das Heimteam, dass es in der Lage ist, eine Führung zu verteidigen und gewann auf der Waldegg 3:1.

Cedric Ribaut erzielte in der 52. Minute für Horgen das 2:1. Er nahm den Ball an der Strafraumgrenze an und liess mit einem Haken Stäfas Verteidigung ins Leere laufen. Gegen Ribauts Schlenzer ins linke untere Eck war Gästetorhüter Dennis Brecher ohne Abwehrchance. Fünf Minuten später kam es noch besser für die Linksufrigen: Jesse Myles wurde auf der linken Seite lanciert. Der FCH-Stürmer zog los und legte das Leder quer zu Mendim Gurgurovci. Dieser umkurvte den herausstürmenden Brecher und schoss zum 3:1 ein. Die Stäfner agierten nach den beiden Gegentreffern zu harmlos, um das Spiel nochmals spannend zu gestalten. Gäste-Trainer Luigi Caracciolo kritisierte: «Die beiden Gegentore können passieren, doch die Reaktion meines Teams darauf, gefiel mir überhaupt nicht.»

Horgens Wille war grösser
In der ersten Hälfte war das Spielgeschehen ausgeglichen gewesen. Es entwickelte sich eine hart geführte Partie. Die Horgner liessen Stäfa von Beginn an spüren, dass sie die Zweikämpfe nicht scheuen würden. «Wir waren mental nicht bereit, den Kampf anzunehmen. Horgen wollte den Sieg heute mehr als wir», resümierte Caracciolo. Ein Zweikampf stand dann auch am Ursprung von Horgens Führungstreffer: Shams Artiq erkämpfte sich im Mittelfeld den Ball und lief damit über das halbe Spielfeld, bevor er in die untere rechte Ecke abschloss (14.). Die Gäste fanden allerdings die passende Antwort und glichen in der 27. Minute aus. Rechtsverteidiger Karim Uhr flankte auf den weiten Pfosten, wo Dejan Stojakovic lauerte und den Ball einnickte.

Zehn Punkte Rückstand
Für den FCH war der Sieg über Stäfa wichtig. Die Linksufrigen holten wichtige drei Punkte, um nicht noch weiter in den Abstiegssumpf zu rutschen. «Wir waren durch Absenzen und Sperren gezwungen, auf junge Spieler zu setzen, die ihren Job super gemacht haben», zeigte sich Stellato erfreut. Die Waldegg-Elf hat mit dem Sieg über Stäfa gezeigt, dass sie für einen engen Strichkampf bereit ist. Ihr Vorsprung auf das zwölfplatzierte Srbija, und somit einen Abstiegsplatz, beträgt neu fünf Punkte. Am nächsten Sonntag treffen die Horgner auswärts auf das zehnplatzierte Schlieren, das ebenfalls um den Ligaerhalt kämpft.

Stäfa hingegen bezog die zweite Pleite in Folge und verlor erneut Punkte im Kampf um die Spitzenplätze. Der Rückstand auf Leader Adliswil, der gegen Srbija 4:0 gewann, beträgt nun zehn Punkte. Flurin Mühlemann